Das Leben, Musik in allen Spielarten, mit News und Reviews, etwas Irres und viel Wirres, Nonsense, Blödsinn, Unwichtiges und noch unwichtigeres, was keine Sau interessiert
Peter Gabriel zum 60ten! Sein neues Album "Scratch my back" ist gerade rausgekommen.
Wer Lust hat, kann mal bei Gelegenheit meinen neuen Blog SOUNDCHEQUER besuchen. Was das nun wieder sein soll, steht daselbst zum eigenhändigen Lesen...
Die Maschinerie kommt auf Touren. Es gibt wieder jede Menge neue Scheiben in den diversen musikalischen NebenUniversen. Und natürlich, wie immer, auch viel Müll und RohstoffVerschwendung. Denk ich etwa an Dream Evil („In the night“), Aspera („Ripples“), Liberty'N'Justice („Light it up“) oder Sigh („Scenes from hell“). Licht und Schatten halten sich auch hier als Prinzip kosmischer Ordnung natürlich die Waage, von wegen Raum-Zeit-Kontinuum. Nur die Vorstellung, daß das Universum kollabiert oder explodiert, nur weil David Bowie alleine gegen Whitney Houston und Kanye West im Ring steht... Unerträglich. Du drehst das Radio auf.. und boombang, alles weg. Deswegen wird an dieser Stelle ein bißchen was präsentiert, was frisch in die Läden gerollt ist und die Welt, wenn schon nicht besser, dann wenigstens erträglicher machen könnte. Fangen wir mit Phallus Dei an, die schon seit 1988 rummachen und mit „A day in the life of Brian Wilson“ ihr neuestes Werk vorstellen. Wer KrautRock mit Prog mag – hier zugreifen! Weiter geht’s mit Charlotte Gainsbourg's „IRM“, auf dem man leidenschaftliche Singer/Songwriter-Klänge hört. Mutiges Album ohne Träumereien von Serge's Töchterchen. Okay, Worm Ouroboros - klingt ein bisserl nach Metal, isses aber ganz und gar nicht. Sondern Downtempo/Dark Ambient. Feine Sache. Scout Niblett, die auf „The calcination of Scout Niblett“ Folk, Alternative und IndieRock zu ein- und tiefgängigen Songs mixt. Meine Favoriten in dieser Woche sind aber Nemhain mit „From the ashes“. Adrian Erlandsson dürfte einigen bekannt sein. Hier mit von der Partie ist seine Angetraute Amber, die bislang mehr als (Fetisch)Model in Erscheinung getreten ist. Aber, das muß man ihr zugestehen, sie macht ihre Sache gut. Also die Singerei...
Die zweite volle Woche im Jahr – jetzt geht’s langsam los im Bizniz. Abseits davon bin ich auf Blockhead gestoßen – hier werden fast rein instrumental Stories erzählt, mit Sounds zwischen Hiphop, Breakbeat, Drum'n'Bass und Downtempo („The music scene“). Oder mal wieder etwas Grunge gefällig? Nicht pur, sondern gemixt mit Punk und Rock... Dann vielleicht Pandora. Aus Belgien. Und mit Frontfrau („Melancholic freedom“). Ohne Weiber im Line-up, dafür mit über 20jähriger Bandgeschichte lassen es Bouncing Souls mit PunkRock auf „Ghosts on the boardwalk“ krachen. Wer es ruhiger mag, wird mit den Kanadiern Woodpigeon sehr gut zurechtkommen. „Die Stadt Muzikanten“ (das Album heißt wirklich so) ist gerade in deren Heimatland erschienen, bei uns dauert's noch bis Mitte April, und überzeugt mit leisem, aber eindringlichem und sich festsetzendem FolkRock. Aber ganz besonders gut laufen gerade Creature With The Atom Brain. Und schon wieder Belgien. Diesmal gibt’s aber IndieRock mit einem ordentlichen Schuß 70's Psychedelic und einem kleinen Spritzerchen Prog – unbedingt „Transylvania“ anchecken!!
Neues Jahr, neue Musick? Das muß sich erst noch bewahrheiten. Anfang des Jahres, immer in den ersten Wochen, halten sich die Labels meistens noch zurück. Und natürlich gibt’s noch'n paar Compilation, die's nicht ins WeihnachtsGeschäft geschafft haben – von der Lighthouse Family zum Beispiel, oder Bryan Adams, und natürlich – Happy Birthday – zum tausendsten Male Elvis Presley. Aber es gibt auch noch andere Sachen. Und sogar manches, was sich lohnt, wenigstens mal getestet zu werden. Aus Japan kommen Dallax - ein SixPack, das hochenergetischen SkaPunk verzapft. Auf „Big proud“ regieren Uptempo, karibische Rhythmen, lockeres Gescherbel mit Saxophon und Posaune und ein grandioser Sangeskünstler. Dallax sind übrigens gerade in Germany unterwegs. In eine andere Kerbe hauen Masters Of Dark Fire. Das Berliner Quintett mit dem klischeetriefenden Namen wird in den entsprechenden Mags als vielversprechenden Newcomer in Sachen Dark Rock bezeichnet. Im Sound von „Dead spots“ treffen sich jedenfalls Marilyn Manson, The Cure und Nick Cave mit diversen GothicRockern. Wenn dieses Feuerwerk live auch so gut rüberkommt... Es gibt da andere Meinungen. Zur Abwechslung, und zum Schluß: Indie Rock. Diesmal von drei (oder doch mittlerweile vier?) jungen Frauen, die, wie ich finde, wirklich aufregende Musik machen. Das ganze nennt sich Warpaint, kommt aus UhEsAh, hat die aktuelle EP „Exquisite corpse“ im Handgepäck und sieht so aus:
War eigentlich letzte Woche irgendwas Interessantes in den MusikHändlerRegalen zu finden? Abgesehen vom üblichen Schmus und SchlachtAbfall für die HoHoHo-Festtage? Vielleicht ja Thao With The Get Down Stay Down? Klingt nicht schlecht, was die Amis da auf "Know better learn faster" fabrizieren. Is' aber insgesamt zu "chilled". Oder checken wir mal Animal Collective, die als "Experimental" oder verschwommen "Electro" angeboten werden. Was von der "Fall be kind"-EP zu hören war, ist schon elektronische Musik, aber mit viel psychedelischen Momenten, spacigen und maschinellen Rhythmen und einen nicht zu verachtenden, verspielten Pop-Anbiederung. Ja, ist irgendwie experimentell. Das eine oder andere Ohr könnte man auch The Plight ("Winds of Osiris") leihen - Rock aus Großbritannien, zwischen Sabbath, Danzig und Nirvana. Zum Schluß noch was zum Lachen: Emo-Pop. Unser heutiger Star sind Dashboard Confessional. Die hatten wohl anfangs mal rockige Sachen gemacht, sind mittlerweile aber sowas von peinlich, daß selbst Fremdschämen nur ein unsäglicher Versuch von Verdrängung und Selbstschutz ist. Der Kram ist so vollgestopft mit Selbstmitleid, Weltschmerz und kitschigem Pathos, daß sogar SeichtMan himself James Blunt wie ein EisenFresser rüberkommt. Üüüübel. "Alter the ending"? Alter the soundtrack! Übrigens – das, was ab morgen an Neuem verkauft wird, ist keinen Deut besser. Vielleicht mit Ausnahme von Sleeping Giant und "Sons of thunder". Die christliche Attitüde kann man ja bei Bedarf ausblenden.
Hey, ist ja diese Woche richtig was los für die HartWurstFront. Da kommen die Backyard Babies mit „Them XX“ (ja, auch wieder eine BestOf- und RaritätenSammlung, zum 20Jährigen). Zum 30Jährigen (es wird immer älter) genehmigen sich Japans Genocide Nippon ebenfalls eine Kollektion Alte-Haudegen-Songs mit „Destroy and hell“, die Finnen Leverage (wenn auch bieder-generischen) MetalRock auf "Circus Colossus". Und Amerika's SpeedHorrorRocker Impaler sind mit 26 Jahren immer noch nicht müde oder leise und legen via "Cryptozoology (Creatures of god?)" frisches Futter in den Trog. Interessant fand ich anfangs noch die Star Fucking Hipsters ("Never rest in peace"), aber nach einigen Songs war ich mir mit mir selber einig, daß das Zeux auch nur wieder CollegePunkRock ist, der mit dem Zusatz "Ska" spazieren geht. Viel spannender, und deshalb mein Tipp für diese Woche, sind Pg.Lost aus Schweden mit dem Album "In never out". PostRock, ja okay, aber gutgemacht – überraschend, vielseitig, monumental. Und alles ohne Worte...
Diese Woche ist es mal wieder sowas von schwierig, etwas G'scheit's im Wust der Releases zu finden. Wie schon seit Wochen, da sich die FeiertagsVorlaufParanoia wie ein undurchdringlicher, bleierner Schleier über die Kreativität von Künstlern und PlattenFirmen zu legen scheint. Als erstes sind mir Patenbrigade: Wolff und die Scheibe „Baustoff (Popmusik für Rohrleger)“ in Auge und Ohr gestochen. Der Bandname klingt „ostalgisch“ - und prompt hat die BerlinBrandenburger Truppe reichlich Samples und textliche Bezüge („EVP 16,10M“, „Volksarmee“) zur Verflossenen Republik im Programm. Ob echt oder „nachgebaut“ spielt mal keine Rolle. Muß man auch nicht mögen, obwohl damit auch prinzipiell die Frage „Gut oder Schlecht“ entschieden wird, denn Text und Klang stehen bei der Band sehr eng zusammen. Musikalisch stehen Patenbrigade: Wolff Acts wie Depeche Mode, The Cure, Kraftwerk und, in Maßen, modernen, deutschsprachigen PopBands nahe. Wie gesagt, mögen muß man das nicht unbedingt - aber es ist allemal witzig und stilistisch recht eigenwillig aufgebaut. Eigenwillig, die Zweite: Die Bonkers. Bei den HardRockerz aus Meeklenburch-Voarpommarn geht es um verschiedenste AlltagsThemen – als da wären Saufen, Durst, Alkohol, Bier, Schnaps... Dieser Ansatz bereitet den Boden für breitgefächerte und ausgefeilte Lyrics und innovative Musik auf „Keine Gnade Saufgelage“: RockerPartyMucke par excellence. Janz wat anderet, aus Baalien, wa. Obwohl das Duo Françoise Cactus/Brezel Göring zu beiden Teilen nur in die HauptStadt zugezogen ist. Die Rede ist von Stereo Total. Der Sound läßt sich nicht genau definieren. Manchmal ist's wie Schrammelmusik, manchmal garagenpunkig, hier total überdreht, da abgeklärt und experimentell. Verrückt, chilled, stressig. Hört mal rein in „No controles“.
Ja, was ist das Leben schön, muß man mal nicht schaffen gehen. Zugegeben – reimt sich mehr schlecht als recht, aber angesichts der Tatsache, daß ich am Montag nach vier (4!!) Wochen Urlaub wieder arbeiten muß, fällt der Abschied halt schwer. Wie komm ich jetzt zur Musik rüber? Bin ich also gestern gschwind mal bei den Kollegen gewesen, schau'n was abgeht, was ich Montag zu tun hab, undsoweiter... und da hör ich Nachrichten im Autoradio. Zuerst den üblichen Schrott, Jung steht wegen Bombardierung unter Beschuß, Oettinger goes Brüssel, Dubai ist in die Miesen gerutscht. Und jetzt kommt's: Es fällt kein Wort davon, daß aus der Ulmer JVA seit Tagen ein Sexualstraftäter flüchtig ist, daß sich in Aachen zwei Schwerverbrecher vom Acker gemacht haben. Keine Warnung, nichts. Dafür aber das hier: Robbie Williams hat seiner Schnepfe live im Radio (wie rührend!) einen Heiratsantrag gemacht (nein, wirklich!?). DAS ist HitRadio Antenne1 eine Nachricht wert. Das sich der ganze Scheißdreck hinterher als Fake rausstellt, zeugt von der journalistischen Qualität des Senders. Aber einfach nachplappern, was andere erzählen, ist eben billiger. Ja verflixt, wie komm ich jetzt von Robbie Williams auf Musik?? Schwierig, schwierig. Okay, fang ich mal wieder bei meinem derzeitigen LieblingsThema an: Die WeihnachtsSamplerBestofLivescheibenWahnsinnsWunderWelt der Töne! Scheint momentan nicht viel anderes zu geben. Jeder Verein versucht, aus der fröhöölichen Zeit noch ein paar Cent Profit zu schlagen. Das fängt bei Ronan Keating („Winter songs“), Peter Fox („Live aus Berlin“) und Aqua („Greatest hits“) an, geht weiter über Blackfield („Live in New York City“) und Celine Dion („D'eux - 15th anniversary edition“) und hört bei Die Toten Hosen („Machmalauter: Die Toten Hosen – Live!“), Paul McCartney („Good evening New York City“), Necrophobic („Satanic blasphemies“), Katatonia („Live consternation“) und Fall Out Boys („Believers never die: Greatest hits“) bei weitem noch nicht auf. Glücklicherweise gibt’s aber auch noch andere Sachen, die zweifellos ihrer Gefolgschaft gefallen werden. Nehmen wir die avantgardistischen PaganMetaller Fjörgyn mit ihrem „Jahreszeiten“-Album. Arms And Sleepers („Matador“) machen durchaus anhörbaren AmbientRock. frYars („Dark young hearts“) eine Art Electroclash zwischen David Bowie, Kraftwerk und Depeche Mode. Am besten gefallen mir momentan aber Grendel – harsh EBM vom Feinsten auf „Chemicals + circuitry“. Es sind Holländer, also nicht mit den finnischen MeloDeather verwechseln!
Schon wieder passiert, sorry. Freud'scher Fehler. Natürlich muß es Dark Funeral heißen. Die gibt es echt noch. Und bringen gar 'ne neue Scheiblette auf'n Markt - "Angelus exuro pro eternus". Ist maschinelles DrumGenagel, verzerrtes Fauchen und Knurren und episches SaitenGeschwurbel immer noch nicht out? Und sind die Schweden nun die "Lady Gaga" des ProllBlackMetal? Oder ist Lady Gaga ("The fame monster") eine Art DarkFuneralVerschnitt für die PopPopPopMusik? Man weiß es nicht. Und wird es nie erfahren (wollen). Halten wir uns besser an die gehaltvollen Auswürfe der MusikIndustrie, deren Bänder knapp fünf Wochen vor Weihnachten auf Hochtouren und heißlaufen. Apropos, ich muß mir schon langsam mal ein Konzept aus den Rippen leiern, über was ich nach dem Tag des Herrn lästern kann. Ob der hoppelige Hasenmann im Frühling soviel Stoff hergeben wird? Mal sehen. Jedenfalls hauen uns die diversen Majors dieser Tage kräftig ihre Sammelsurien aller GeschmacksVerirrungen um Ohren. Angefangen von Frau Britney Spears, über Enya, Snow Patrol, Ian Gillan, sogar Miles Davis, Bryan Ferry und Janet Jackson gibt es BestOf-Granaten bis zur totalen Vernichtung der Menschheit. Da haben es richtige SpartenVeröffentlichungen echt schwer, etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das "Buch der Balladen" zum Beispiel, von Faun, einer Münchner Band, die ganz feine MittelalterMusik macht. Oder die Schweden Hearts No Static, die auf "Motif" experimentellen Ambient bieten. Oder der waldschrat-artige Seasick Steve, der sich einem recht stillen Blues/CountryMix verschrieben hat ("Man from another time"). Es gibt so viel zu entdecken. Und, erst gestern wieder im Auto, eine halbe Stunde Radio gehört - was hört man? One Republic, Ich+Ich, Robbie Williams. Die ersten drei ChartsPlätze vor und zurück und hoch und runter. Und auf dem Weg zurück von Esslingen? Anderer Sender. Eine Stunde später. Ihr ahnt es... Da werden Woche für Woche locker dreißig Alben verschiedenster MusikStile veröffentlicht. Und was bekommt man angeboten? Immer die gleiche Scheiße in EndlosSchleife. Danke!
Letzte Woche war ich zu faul, etwas zu den neuen Sachen in den Plattenläden zu schreiben. Diese Woche wird's auch nix werden, weil ich mich morgen früh auf eine 5-Tage-InternetFrei-ComputerFrei-Tour begebe. Deshalb hier und heute noch 'nen kurzen Rückblick auf Gewesenes und eine Vorschau auf Kommendes. Der letzte Freitag war vorallem für HartwurstVerehrer ein recht guter Tag: mit AC/DC ("Backtracks"), Bonafide ("Something's dripping"), Pitbull Terrorist ("Contraband International Audio - C.I.A"), Nile ("Those whom the gods detest"), Incite ("The slaughter") und Katatonia ("Night is the new day"). Natürlich gab's in den anderen Abteilungen auch reichlich Futter (ausgefeilten ProgRock von Pelican, ElectroPop von Sono oder Annie, Americana/Grindcore/Pop - nach eigener Aussage - von Chris Garneau), nur schlägt dieses Mal Krach eindeutig Soft. Und diese Woche? Zunächst mal der Hammer schlechthin: Die ärmste Sau der Republik, der wenigste MundHarmonikaSpieler von die Welt, Michael Hirte, hat ein neues Album namens "Einsamer Hirte und Die schönsten Weihnachtslieder"! Na, da geh'n uns aber die Herzen und Sony Music die GeldBeutel gaaaanz weit auf. Jaaja, Weihnachten rockt, das ist einfach nicht zu stoppen. Nicht mal Rob Halford ("Winter songs" u.a. mit "Christmas for everyone") kann sich der konzertierten JahresendKommerzGroßaktion entziehen. Dann doch lieber ElectroCrossover von Birdy Nam Nam ("Manual for successful rioting"), den Death Metal von Dark Age ("Acedia") oder den aggressiv-düsteren Pop von Mammút aus Island ("Karkari").
Unweigerlich streben wir dem Jahresende entgegen. Man merkt's auf den Straßen, wo sich praktisch Baustelle an Baustelle reiht (der Irrsinn deutscher GeldPolitik: alle Mittel, die die Gemeinden in einem Jahr nicht ausgeben, bekommen sie im nächsten Jahr nicht mehr bewilligt). In den Supermärkten, wo Weihnachten fast schon gelaufen ist. Und in den Plattenläden - angesichts der Unmengen an FestBeschallung (Andrea Bocelli: My christmas), LiveAlben, JubiläumsEditionen und BestOf-Sammelsurien von Chris Rea über Foo Fighters, Michael Jackson, Nirvana, Stephen Stils bis Skunk Anansie. Bleibt da noch Platz für anderes? Etwas schon. Wer's härter mag, darf sich etwa an Between The Buried And Me ("The great misdirect") oder an Blaze Bayley's "The night that will not die" erfreuen. Da fällt mir gerade auf - hört euch mal den Trailer zur BTBAM-Scheibe und den Anfang vom ersten Song "Voices from the past" vom ollen BB an. Wer klaut hier von wem? Okay, dann haben wir noch den WasAuchImmerFuckinFunnyGrindcore von Milking The Goatmachine ("Back from the goats") und selbstverständlich (!TROMMELWIRBEL!) SLEEOOORRR, also Slayer mit "World painted blood". Ein ÜberHammer? Wir werden sehen... Weil wir grade bei den bösen Jungs sind... Auch Sido hat'n neues Album: "Aggro Berlin". Warum zum Teufel verwechsel ich eigentlich Paul Hartmut Würdig immer mit Anus "Bushido" Fenchel? Also, wer war der MaskenMann? Der Herr Würdig, oder? Na egal - willkommen im Mainstream! Ab jetzt geht's abwärts... War noch was? Na, zum Beispiel PopRock der von Australien nach Berlin umgesiedelten (wer macht den sowas?) Firma Expatriate ("In the midst of this"), oder der typische KäseRock von Bon Jovi ("The circle"). Aus den 80ern rübergebeamter HardRock von Lita Ford ("Wicked wonderland"), punkiger FolkRock von Schelmish ("Die hässlichen Kinder"), AlternativeRock mit KnurrhahnFronter á la Creed ("Full circle" - man hat's grad mit Kreisen, oder...), progrockige Soundcollagen aus Italien von Nosound ("A sense of loss"), GaragenPunkRock mit Biohazard-Member und streckenweisem Highschool-Appeal von Suicide City ("Frenzy"). Und für die kuschligen Momente: BritPop von Athlete mit "Black swan".
Neue Woche, neues Glück - für die musikgeschmacklich Verstrahlten hat sich auch dieser Tage die Industrie wieder in die Räder gestemmt, um die Gehörgänge zuzuschütten. Ganz oben auf der Hitliste diesmal: Singer/Songwriter. Na klar doch, es geht straff auf Weihnachten zu, da muß man was für's Gemüt tun. Deswegen tummelt sich Jack Johnson ("En concert") neben William Fitzsimmons ("The sparrow and the crow"), Sufjan Stevens ("BBQ [The Brooklyn-Queens Expressway]") und, wie könnte es anders sein, Neil Diamond ("A cherry cherry christmas" - was auch sonst...). Dem noch nicht genug, versuchen auch andere schnell noch, ein paar Kaufwillige in die Läden zu locken: Westernhagen ("Williamsburg"), Mr. Griesgram himself Gunter Gabriel ("Sohn aus dem Volk: German recordings"), Alt-Polizist Sting ("If on a winter's night") und natürlich Rod "Strähnchen-sind-immer-in" Stewart ("Soulbook"). Inwieweit in diese Reihe P!nk, U2 und R.E.M mit ihren Sonder-Editionen respektive Live-Scheiben passen, darf jeder selbst entscheiden. Selbstverständlich waren auch die anderen Rockers und Poppers dieser Welt nicht faul, siehe Wirtz ("Erdling"), Lo Fat Orchestra ("Question for honey") oder Emily Osment ("Wonder"). Ganz zu schweigen von Gorgeross, ahm Gorgoroth ("Quantos possunt ad satanitatem trahunt" - boaey, was'n Titel!!), der B-Star-MixTruppe Watch Me Bleed ("Souldrinker") oder den englischen The Dead Lay Waiting ("We rise" - typischer, hochmoderner, mainstreamiger DeathCore). Mein Tipp: Russian Circles ("Geneva") aus Chicago, die mich rein instrumental überzeugt haben. Denn einen Sänger spart sich das Trio - experimenteller, geradliniger Rock zwischen Dampframme und Atmosphäre.
Die Frage hab ich mir gestellt, als ich mir angeschaut hab, was diese Woche an Neuerscheinungen in die Regale der KrachHändler gestellt wurde. Allein drei Scheiben fallen dabei in die Kategorie "World Music". Dabei machen Bebel Gilberto, Forro In The Dark und Java Musik, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnte. Erstere klingen so, wie man sich typisch brasilianische PopulärMusik vorstellt. Nur sind Bebel Gilberto ("All in one") in New York beheimatet und mixen einen jazzigen Unterton ein. Trotzdem kommt man meistens über Innere-Augen-Bilder von SambaMädchen und Caipirinhas an der Copacabana nicht hinweg ("Chica chica boom chic"). Stellenweise flotter sind Forro In The Dark ("Light a candle"), obwohl auch diese, ebenfalls im Moloch N.Y. stationierte Kapelle nicht selten nur chillt. Wenn auch etwas Latino-lastiger und experimentierfreudiger. Aus ganz anderem Holz sind die Franzmänner von Java mit "Maudits français" geschnitzt. Ein permanenter Groove, etwas Folkiges, Rockiges und eine Prise HipHop, dazu das Akkordeon und ein unüberhörbarer Witz (auch wenn man als Nicht-Französisch-Sprecher kaum was versteht) - das sind Java. Ja, und all das läuft unter "World Music"? Am Ende ist es mit Metal, Rock oder anderen GrobSchubladen nicht anders. Epica ("Design your universe") und Baroness ("Blue record") wird auch niemand ernsthaft vergleichen wollen. Oder das Diablo Swing Orchestra ("Sing along songs for the damned and delirious") mit den Freaky Fukin Weirdoz ("Oh my god"). Die Goldenen Zitronen ("Die Entstehung der Nacht") mit Converge ("Axe to fall")? Obwohl beides unter "Punk" firmiert... Okay, wer mit derlei Kategorien eh nicht klarkommt, bleibt halt sicherheitshalber bei den Höhner ("Himmel hoch high") oder Michelle ("Goodbye Michelle") - da kann nix kaputtgehen!
Woche 41 war für Metal-Fans mit neuen Scheiben schon mal ganz gut bestückt. Das interessanteste Werk haben bestimmt Belphegor mit "Walpurgis rites - Hexenwahn" abgeliefert, die mit ihrem DeathBlackMetalGebräu aber eh in einer eigenen Liga spielen. Da fällt der Übergang zum Death'n'Roll der Norweger The Cumshots ("A life less necessary") reichlich schwer. Dann schon eher Revocation, die mal Cryptic Warning hießen und uns mit der Erkenntnis "Existence is futile" beglücken. Oder gleich Shrinebuilder mit ihrem selbstbetitelten Debüt und monstermäßigem StonerMetal. Achja, merkt ihr's schon? Die Supermärkte wechseln die Auslagen, im Fernsehen steigen wieder die BettelShows, es gibt mehr und mehr Best-Of-Alben, Sampler, Compilations... Jaaha, es weihnachtet schon wieder. Da darf auch ein Barry Manilow, der "Mandy"-Schänder, mit "In the swing of christmas" nicht fehlen. Oder Bob Dylan, der verkannte SingerSongwriter, der nie Rebell sein wollte und sich schlußendlich Jesus Christus hingegeben hat, der hat nach dem "Together through life"-Album jetzt nur noch "Christmas in the heart". Jetzt schon?! Wann fängt der denn an, seine Eier zu verstecken? Nee, dann lieber Electric Eel Shock ("Sugoi indeed", der "Metal man" ist grandios), oder Screw, ebenfalls aus Japan, die mit "X-Rays" aufschlagen. Allerdings ist deren Pop-Faktor schon zu hoch, man höre "枯れ音". Meine Entdeckung der Woche, wenn man's denn so nennen will, obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin, weil nur ein, zwei Songs gehört, sind Psyclon Nine ("We the fallen") mit ihrem ElectroIndustrialBlackMetal-Mix. "Parasitic" ist noch vom Vorgänger-Album "Crwn thy frnicatr", angeblich sind Psyclon Nine jetzt noch mehr Metal.
Was gibt's denn diese Woche wieder Neues an der NotenFront? Nun, weil mir heute irgendwie besinnlich ist, fang ich mal mit den kantenfreien KommerzKaspern an. Howard Carpendale. Ja, auch unser weichgeföhnter HerzSchmerzAkrobat vom Kap der Guten Hoffnung war nicht faul und bringt mit "Stark" seinen Beitrag zur Rettung der Welt ans Licht. Ohne Howie, ich sag's euch, wäre das Leben nur halb so schlimm... Ebenfalls ganz großes Kino verspricht der AltHerren ProgRock von Knight Area. Was man halt in Holland so Prog oder Rock nennt. Oder Atlas Sound, Leute! In schwebende Psychedelic-Melodien verpackte Reli-Mucke. Blurrgh. Da lob ich mir doch den SchwabenMädelsPunkRock von Biestig oder den kruden und anstrengenden ElectroMix von Marybell Katastrophy aus Dänemark. Und für die HartWurster das hier: Arch Enemy ("The root of all evil"), die Arnie-Tribute-Band Austrian Death Machine aus Kalifornien ("Double brutal"), Marduk ("Wormwood") oder die lustigen Manowar-Klone Metalforce mit ihrem selbstbetitelten SchenkelklopferEintopf.
Nur mal zur Info, was sich seit dem 18. September so Neues in den Regalen der Händler tummelt. Aus der Rubrik "Nennt sich Metal, is aber keiner" haben wir Dead By April mit dem selbstbetitelten Debüt, was schon vom Namen her weicheiernder Pop/Metal-Verschnitt der Kloschüssel-Kategorie ist. Dazu gesellen sich die unsäglichen Children Of Bodom mit ihrem CoverSong/Unreleased-Album "Skeletons in the closet". Wesentlich echter geht es dann schon bei Dying Fetus und "Descent into depravity" zu. Wer's rockig mag, ist sicher bei Ex-KISS Ace Frehley ("Anomaly"), House Of Lords ("Cartesian dream") oder Kittie ("In the black") bestens aufgeräumt. Die Pop-Fraktion freut sich über Madonna's Doppel-CD-Best-Of-Sammelsurium "Celebration", Heinz Rudolf Kunze ("Räuberzivil") und Anouk's "For bitter or worse". Und wer mal was Anderes ausprobieren möchte: "DryLand" von K.C. McKanzie.